Nationalpark Val Grande

Wilde Durchquerung

VG23 - anspruchsvolle Wanderung über 4 Tage


Es gibt einige Möglichkeiten, den abgelegenen Kessel des Oberen Val Grande zu durchqueren. Neben der klassischen Variante auf relativ guten Wegen und der spannenden Norddurchschreitung gibt es auch noch diese sehr schöne und kaum bekannte Variante, die durch einsame, verwunschene und wilde Seitentäler führt. Eine der schönsten Touren des Nationalparks!



Ausgangspunkt: Premosello-Chiovenda


Wir brechen von Süden auf und starten in Premosello. Gleich zu Beginn folgen wir einem versteckten Pfad, um die Fahrstraße von Colloro zu umgehen. Er bringt uns zum Kirchlein von Lut, von dem wir eine schöne Aussicht über das Ossolatal haben. Weiter geht es zu den einstigen Maiensäßen von La Piana und Motta. Früher eine bedeutende Zwischenstation der Transhumanz, heute nur noch Feriensiedlungen. Ein großer Gedenkstein erinnert an die Strapazen, die die Bauern früher auf sich genommen haben, um über die steilen Pässe die kargen Wiesen des Val Grande zu erreichen.

Eben ein solcher steiler Pass ist unser nächstes Ziel. Über zahlreiche Serpentinen steigen wir hinauf bis zum großen Sattel von Colma, auf dem sich unser Quartier für die erste Nacht befindet.

Oben können wir die fantastische Aussicht auf den Monte Rosa und in den Nationalpark genießen. Der Übergang trennt zwei Welten: das geschäftige, lärmende Ossolatal und die Einsamkeit und Stille des Val Grande.


Am zweiten Tag steigen wir wieder ein kurzes Stück in Richtung Premosello ab, um hinüber in das weitestgehend unbekannte und kaum frequentierte Val Gabbio zu queren. Ein schmaler Pfad windet sich durch steile Hänge und wilde Felstürmchen, ehe er über die Bocchetta dell'Usciolo ins Val Grande hinein führt. Dort erwartet uns Natur pur. Von der einst größten Alp des Kessels, Quagiui, ist nicht mehr viel übrig. Hier regieren Gämse und Steinadler, und die weitläufigen Wiesen sind längst von Alpenrosen und Heidelbeeren besiedelt.


Nachdem wir die eindrückliche Ruinensiedlung passiert haben, tauchen wir in den inzwischen völlig unberührten Wald des Nationalparks ein. Der Pfad windet sich nun durch die Schlucht des abenteuerlichen Val Gabbio und kommt ein zahlreichen Höhepunkten vorbei, wie die wunderbar gelegene Alpe Borgo delle Valli, die azurblauen Wassertöpfe oder die schroffen Gipfel, die das tiefe Tal umgeben.

Am ehemaligen Bivacco Val Gabbio, inmitten des Nirgendwos gelegen, lädt im Sommer ein zauberhaftes Becken zum Bade!

Nun folgt eine Querung mit einigen Blicken in die schroffe Hauptschlucht des Val Grande hinüber zur Hüttenanlage von In la Piana . In den Häusern im Zentrum des Parks werden wir die zweite Nacht verbringen. Auch hier gibt es ganz in der Nähe wieder die Gelegenheit, ein abendliches Bad im größten Wassertopf des Parks zu nehmen.


Auch am nächsten Tag bleibt es wild, der Weg ist nur anfangs noch einigermaßen ausgeprägt. Wir passieren in einem abenteuerlichen Abschnitt etliche kleine Rinnen und folgen dem schmalen Trampelpfad stets etwas oberhalb der unpassierbaren Klamm. Zweimal müssen wir durch Bäche furten, zur Schneeschmelze oder nach Regenfällen heißt es hier: Schuhe aus!

Am Ende des langen Tals steigen wir, nun auf wieder einfacherem Weg, zur im Dezember 2016 abgebrannten Hütte von Vald auf. Ein herrlicher Platz mit schönen Ausblicken zurück in den von uns durchschrittenen Kessel des Nationalparks.


Weiter geht es mit dem Anstieg zum "Nordportal" des Parks. Ein eher langgezogener Aufstieg bringt uns zur tiefen Scharte der Bocchetta di Vald und damit auf die andere Seite des Val Grande.

Oben am Pass blicken wir nochmals zurück über weite Teile des Nationalparks, ganz am Horizont taucht auch das große Massiv des Monte Rosa auf. Auf der anderen Seite sehen wir schon unser nächstes Ziel, den malerischen Kessel von Bondolo. Dort befindet sich eine Hütte, doch da sie eher ungemütlich ist, folgen wir weiter dem Weg hinab in Richtung Malesco, verlassen ihn bei All'Erta und steigen wieder einige Meter hinauf zum Rifugio Al Cedo. Dieses nur mit Schlüssel zugängliche, neu renovierte Haus des Club Alpino Italiano bietet uns nicht nur eine herrliche Panoramaterrasse, sondern sogar weiche Matratzen und eine warme Dusche!


Doch unsere Val-Grande-Durchquerung ist hier noch nicht zu Ende! Der letzte Tag bietet nochmals einige Höhepunkte. Zunächst steigen wir über die weiten Hänge der Alpe Geccio zum höchsten Punkt unserer Route auf. Bei knapp 2200m befindet sich ein kleiner Übergang, von dem wir die sicher grandioseste Aussicht über den Nationalpark genießen können.

Auf einem schmalen Pfad geht es von dort zum Passo Biordo, bei dem wir endgültig das Val Grande verlassen.


Am Pass setzt eine "Strà di Vacch", eine Kuhstraße, an. Über diesen schwindelerregenden Weg haben die Bauern einst ihr Vieh nach Biordo getrieben. Wir nutzen die Wegkonstruktion für den Abstieg ins Valle Vigezzo. Dabei kommen wir nochmals an einer herrlichen Badestelle vorbei, ehe wir im kleinen Dörfchen Orcesco auf die Gleise der berühmten Centovalli-Bahn stossen. Sie bringt uns zurück nach Domodossola.


Ankunft am Abend.

 

Höhendifferenzen:

1. Tag: + 1560m, - 50m

2. Tag + 650m, - 1420m

3. Tag + 1330m, - 740m

4. Tag + 720m, -1460m


beste Jahreszeit: Juni bis November


Leistungen:

-Zugfahrt Domodossola-Premosello und Orcesco-Domodossola

-Führung wie beschrieben

-Verpflegung ausreichend für vier Tage: Brotzeit, Müsli-/Schokoriegel, drei warme Mahlzeiten (Suppe, Pasta/Risotto, Nachtisch), Frühstück (Müsli, Kaffee, Tee)

-Übernachtungen in den einfachen Unterkünften von Colma, In la Piana und Al Cedo


maximale Teilnehmerzahl 4 Personen

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