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A23 - Val Grande intensiv: inmitten der Wildnis
Gebiet:
Val Grande
Dauer:
5 Tage
Teilnehmer:
max. 4

Bilder von Führungen dieser Tour

 

Ausgangspunkt: Patqueso

 

Wildnis pur im oberen Val Grande: fernab der bekannten Wanderwege durchstreifen wir auf alten Pfaden vergessene Täler und übernachten in alten Almhütten: anspruchsvolle Bergtour mit allen Facetten eines eindrucksvollen Outdoor-Erlebnisses!

 

Von Patqueso folgen wir zunächst einem Wanderweg zum Bach hinab. Hier wurde kürzlich eine hässliche Fahrstrasse gebaut - gut, dass ich eine Alternative kenne! Schon in der ersten Kurve verlassen wir die Piste und wandern auf einem inoffiziellen, jedoch gut erhaltenen Pfad den Hang hinauf. Nach etlichen Höhenmetern erreichen wir so einen schönen Weg, der in Richtung Al Cedo quert. Im dortigen kleinen Rifugio können wir uns einen Kaffee genehmigen, denn ich bin im Besitz des Schlüssels.

Durch lichte Lärchenwälder geht es in stetem Auf und Ab, bis uns schließlich ein praktisch wegloser Grasrücken zu den kleinen Bergseen von Geccio bringt. Nun verlassen wir endgültig die Wegmarkierung und queren zur Parkgrenze knapp unterhalb des Pizzo Nona. Dieser unbekannte und weglose Übergang bedeutet für uns den Einstieg in eine längst vergessene Welt abseits der mittlerweile gut besuchten Hauptwege.

Die erste Wildnisluft schnuppern wir im Val Biordo. Auf schmalen, kaum mehr zu erkennenden Saumpfaden steigen wir (sehr steil!) in dieses schroffe Tal ab (mein Lieblingstal...) und quartieren uns dort in einer inoffiziellen Unterkunft ein. Am offenen Feuer wärmen wir uns, während in einem großen Topf das Abendessen kocht und uns nach diesem anstrengenden Tag stärken wird.

 

Am zweiten Tag steigen wir weiter durch die wilde Schlucht von Biordo ab. Im Sommer sollte man kein Problem damit haben, durch mannshohen Ampfer zu "schwimmen". Nun folgt ein Höhepunkt auf den anderen, und nach etlichen Wassertöpfen und Farndschungeln treffen wir schließlich auf den markierten Weg von Vald. Diesem folgen wir bis hinein ins Zentrum des Parks. Kurz vor der Hüttenanlage von In la Piana zweigen wir auf den Weg nach Mottac ab. Zahlreiche Serpentinen bringen uns hinauf zur Hütte, in der ich 2010/11 den Winter verbracht habe und die sich wohl am schönsten Platz des Parks befindet.

Hier oben können wir die Abendsonne genießen und auf die Lichter der Po-Ebene warten. Auch der Lago Maggiore zeigt sich. Wir erleben eines der umwerfendsten Panoramen der Gegend. Die Bilder sprechen sicher für sich.

 

Tag Nummer drei wartet gleich wieder mit viel Wildnis auf. Direkt an der Hütte begeben wir uns in offiziell wegloses Gelände - natürlich gab es auch hier einst einen alten Pfad. Diesem folgen wir bis zu den Ruinen der Alpe Casarolo. Eine Gedenktafel erinnert an die Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs, als hier Partisanen und Bauern erschossen wurden und nur ein zwölfjähriger Hirtenbub überlebte.

Er floh auf einem Weg, den keine aktuelle Karte mehr wiedergibt. Auch wir schlagen nun diese Richtung ein, glücklicherweise in friedlicheren Zeiten. Einst wurden Kühe über den Steig getrieben - heute ist von ihm nicht mehr viel zu sehen. Und doch bringt er uns relativ problemlos bis zur Alpe Scrivalone, eine weitere Alm mitten im Nirgendwo.

Auf dem ehemals besten Zugang, ebenfalls eine "Kuhstraße", verlassen wir das Val Ragozzale genannte Seitental wieder und treffen bald auf den markierten Pfad, der zur Alpe Val Gabbio führt. Es muss kaum erwähnt werden, dass über diese "Straße" heute keine Kuh mehr gehen würde...

Die Hütte von Val Gabbio ist mittlerweile wegen Einsturzgefahr gesperrt, der Platz bietet sich aber dennoch für eine schöne Rast an. Die Badesüchtigen kommen in der nahen Gumpe auf ihre Kosten.

Nun fehlt uns noch eine weitere Stunde, die wir auf ausnahmsweise bequemen Wegen verbringen werden. Dennoch mangelt es nicht an Abwechslung, es geht durch üppige Vegetation im Val Gabbio und über eine tolle Aussichtskuppe im eigentlichen Val Grande.

Dann ist das Ziel des Tages erreicht: In la Piana. In eine der drei Hütten quartieren wir uns ein. Wer noch eine Erfrischung benötigt, dem zeige ich den etwas abgelegenen "Pool", den nicht alle kennen...

 

Tag Nummer vier fordert von uns fast ausschließlich Aufstieg. Markierte Wanderwege? Fehlanzeige! Gleich nach den ersten Kurven der Klassischen Durchquerung, die in Richtung Scaredi führt, biegen wir wieder in die Wildnis ab.

Über zahlreiche Serpentinen und kunstvoll angelegte Mauern erreichen wir die einst zweitgrößte Alm im Val Grande, Riazzoli. Von den Häusern sind nur noch Ruinen übrig, und der Wald hat die Weiden komplett verschluckt. Die Mulattiera führt weiter den Berg hinauf und erreicht schließlich die Costa dei Riazzoli. Auf einem uralten Steig queren wir hinüber nach Portaiola.

Die Hauptroute des Parks kreuzen wir dort nur, auf der anderen Seite des Baches geht es weiter durch die Wildnis. Hier warten einige Naturhighlights auf uns: seltene Gesteine, Wasserfälle, azurblaue Bergbäche, Blumenwiesen... Nach und nach gewinnen wir an Höhe und erreichen so die Alpe Campo di sopra.

Diese weitläufige Wiese, heute von Alpenrosen und Heidelbeeren bedeckt und vom vorrückenden Wald bedroht, war einst Schauplatz blutiger Auseinandersetzungen. Begehrt von den Bauern aus Malesco und auch von jenen aus Cossogno, wurde schon im Mittelalter der Besitztumskonflikt nicht immer mit legalen Mitteln ausgetragen. Eine Geschichte, von der ich vor Ort gerne ausführlicher berichte...

Nun geht es weiter auf der Route, über die die Cossognesi einst ihre Kühe bis hierher getrieben haben. Heutzutage unvorstellbar, ist doch von der einstigen "Stra di Vacch" so gut wie nichts mehr übrig. Über ausgesetzte Felsbänder und durch steile Wiesen und Geröllfelder führt uns die Spur auf die Hochfläche unter der Bocchetta di Campo. Kurz darauf haben wir dann das Ziel des Tages, die mitten auf dem Pass gelegene Hütte, erreicht. In diesem historischen, vom Italienischen Alpenverein bereits Ende des 19. Jahrhunderts gebauten Haus, quartieren wir uns ein und bewundern am Abend den Sonnenuntergang.

 

Am nächsten und letzten Tag, nachdem wir das Alpenglühen der Walliser Eisriesen und den Sonnenaufgang ausgiebig genossen haben, wandern wir weiter auf dem Grat, der das Val Grande vom Val Pogallo trennt. Er bringt uns bis zur Scharte vor der Cima della Laurasca, von der wir in Richtung Lago di Marmo absteigen. Hier wechseln wir mehrmals zwischen Europa und Afrika - geologisch gesehen...

Der Höhenweg führt uns weiter zum großen Stall von Cortechiuso, heute ein Bivacco. Nach einer Rast folgen wir weiter dem Bergrücken, dem wir bis zu dessen letzten Gipfel, der Cima di Malesco, treu bleiben. Heute also nur oben!

Von dort überwinden wir die letzten Höhenmeter im Abstieg auf einem bequemen Weg, der uns direkt zum Ausgangspunkt bringt. Die große Rundtour ist beendet.

 

 

Das ist sie wohl, die absolut wildeste Tour im Val Grande, die ich im Programm habe. Man muss kein Vollprofi sein, um die Route zu packen. Anspruchslosigkeit und Abenteuerlust sind die unverzichtbaren Voraussetzungen für dieses unvergessliche Outdoor-Erlebnis! Denn das größte Problem, die Wegfindung, existiert für uns nicht - diese Pfade kenne ich in- und auswendig!

Dennoch muss man natürlich unterstreichen: ohne wirklich gute Trittsicherheit (insbesondere auch im weglosen Abstieg!), Schwindelfreiheit und Kondition geht nichts! Nur für Bergerfahrene!

 

Rückkehr am späten Nachmittag.

 

 

Höhendifferenzen:

1. Tag + 1270m, - 776m

2. Tag + 785m, - 729m

3. Tag + 290m, - 1020m

4. Tag + 1020m, - 125m

5. Tag + 670m, - 1385m

 

 

Leistungen:

-Transfer ab Domodossola und innerhalb des Valle Vigezzo - andere Orte auf Anfrage

-Führung wie beschrieben

-Verpflegung ausreichend für fünf Tage: Brotzeit, Müsli-/Schokoriegel, vier warme Mahlzeiten (Suppe, Pasta/Risotto/Couscous, Nachtisch), Frühstück (Müsli, Kaffee, Tee)

-Übernachtungen in den einfachen Unterkünften Mottac, In la Piana, Bocchetta di Campo sowie in einer ehemaligen Bauernhütte

 

Tarife

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