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A17 - Traversata Alta Val Grande
Gebiet:
Val Grande
Dauer:
4 Tage
Teilnehmer:
max. 4

Bilder von Führungen dieser Tour

 

Ausgangspunkt: Premosello-Chiovenda

 

Die sogenannte Klassische Durchquerung, die den Nationalpark von Nord nach Süd durchschreitet, ist sicherlich die am häufigsten begangene Route im Val Grande. Fast alle starten in Malesco, übernachten im Zentrum des Park in In la Piana und gehen am zweiten Tag nach Premosello.

Ich wäre ein schlechter Führer, wenn ich die Tour hier genau so anbieten würde. Denn: es gibt eine wunderbare Alternative, die ebenfalls den kompletten oberen Teil des Parks durchquert und durch ruhige und verwunschene Seitentäler führt.

 

Wir brechen von Süden auf und starten in Premosello. Gleich zu Beginn folgen wir einem eher unbekannten Pfad, um die Fahrstraße von Colloro zu umgehen. Er bringt uns zum Kirchlein von Lut, von dem wir eine schöne Aussicht über das Ossolatal haben. Weiter geht es zu den einstigen Maiensässen von La Piana und Motta. Früher eine bedeutende Zwischenstation der Transhumanz, heute "nur" noch Feriensiedlungen. Ein großer Gedenkstein erinnert an die Strapazen, die die Bauern früher auf sich genommen haben, um über die steilen Pässe die kargen Wiesen im Val Grande zu erreichen.

Eben ein solcher steiler Pass ist unser nächstes Ziel. Über zahlreiche Serpentinen steigen wir hinauf bis zum großen Sattel von Colma, auf dem sich unser Quartier für die erste Nacht befindet.

Oben können wir die fantastische Aussicht auf den Monte Rosa und in den Nationalpark genießen. Der Übergang trennt zwei Welten: das geschäftige, lärmende Ossolatal und die Einsamkeit und Stille des Val Grande.

 

Am zweiten Tag steigen wir wieder ein kurzes Stück in Richtung Premosello ab, um hinüber in das weitestgehend unbekannte und kaum frequentierte Val Gabbio zu queren. Ein schmaler Pfad windet sich durch steile Hänge und wilde Felstürmchen, ehe er über die Bocchetta dell'Usciolo ins Val Grande hinein führt. Dort erwartet uns Natur pur. Von der einst größten Alp des Kessels, Quagiui, ist nicht mehr viel übrig. Hier regieren Gämse und Steinadler, und die weitläufigen Wiesen sind längst von Alpenrosen und Heidelbeeren besiedelt.

Nachdem wir die eindrückliche Ruinensiedlung passiert haben, tauchen wir in den inzwischen völlig unberührten Wald des Nationalparks ein. Der Pfad windet sich nun durch die Schlucht des abenteuerlichen Val Gabbio und kommt ein zahlreichen Höhepunkten vorbei, wie die wunderbar gelegene Alpe Borgo delle Valli, die azurblauen Wassertöpfe oder die schroffen Gipfel, die das tiefe Tal umgeben.

Am ehemaligen Bivacco Val Gabbio, inmitten des Nirgendwos gelegen, lädt im Sommer ein zauberhaftes Becken zum Bade!

Nun folgt eine Querung hinüber zur Hüttenanlage von In la Piana, auf der wir einige Ausblicke in die schroffe Hauptschlucht erleben. In den Häusern im Zentrum des Parks werden wir die zweite Nacht verbringen.

 

Auch am nächsten Tag bleibt es wild, der Weg ist nur anfangs noch einigermaßen ausgeprägt. Wir passieren in einem abenteuerlichen Abschnitt etliche kleine Rinnen und folgen dem schmalen Trampelpfad stets etwas oberhalb der unpassierbaren Klamm. Zweimal müssen wir Bachfurten überwinden: zur Schneeschmelze oder nach Regenfällen heißt es hier "Schuhe aus".

Am Ende des langen Tals steigen wir, nun auf wieder einfacherem Weg, zur im Dezember 2016 abgebrannten Hütte von Vald auf. Ein herrlicher Platz mit schönen Ausblicken zurück in den von uns durchschrittenen Kessel des Nationalparks. Und mit einer verkohlten Ruine, die uns daran erinnert, dass mit offenem Feuer nicht zu spaßen ist...

Weiter geht es mit dem Anstieg zum "Nordportal" des Parks. Ein eher langgezogener Aufstieg bringt uns zur tiefen Scharte der Bocchetta di Vald und damit auf die andere Seite des Val Grande.

Nun werden die Wege etwas bequemer, und in Kürze haben wir die Alpe Bondolo erreicht. Inmitten eines lärchenbestandenen Kessels liegt das gleichnamige Bivacco.

Doch der Tag ist noch nicht zu Ende: wir folgen weiter dem Weg hinab in Richtung Malesco, verlassen ihn aber bei All'Erta und steigen wieder einige Meter hinauf zum Rifugio Al Cedo. Dieses nur mit Schlüssel zugängliche, neu renovierte Haus des Club Alpino Italiano bietet uns nicht nur eine herrliche Panoramaterrasse, sondern sogar eine warme Dusche!

 

Und unsere Val-Grande-Durchquerung ist hier noch lange nicht zu Ende! Der letzte Tag bringt nochmals einige Highlights. Zunächst steigen wir über die weiten Hänge der Alpe Geccio zum höchsten Punkt unserer Route auf. Bei knapp 2200m befindet sich ein kleiner Übergang, von dem wir die sicher grandioseste Aussicht über den Nationalpark haben. Auf schmalem Pfad geht es von dort zum Passo Biordo, bei dem wir endgültig das Val Grande verlassen. 

Am Pass setzt eine "Strà di Vacch", eine Kuhstraße, an. Über diesen schwindelerregenden Pfad haben die Bauern einst ihr Vieh nach Biordo getrieben. Wir nutzen diese Wegkonstruktion für den Abstieg ins Valle Vigezzo. Dabei kommen wir nochmals an einer herrlichen Badestelle vorbei, ehe wir im kleinen Dörfchen Orcesco auf die Gleise der berühmten Centovalli-Bahn stossen. Sie bringt uns zurück nach Domodossola, wo wir in einen Regionalzug nach Premosello umsteigen.

 

Ankunft am Abend.

 

 

Höhendifferenzen:

1. Tag: + 1560m, - 50m

2. Tag + 650m, - 1420m

3. Tag + 1335m, - 735m

4. Tag + 715m, -1465m

 

 

Leistungen:

-Zugfahrt Domodossola-Premosello

-Führung wie beschrieben

-Verpflegung: Brotzeit, Müsli-/Schokoriegel, drei warme Mahlzeiten (Suppe, Pasta/Risotto, Nachtisch), Frühstück (Müsli, Kaffee, Tee)

-Übernachtungen in den einfachen Unterkünften von Colma, In la Piana und Al Cedo

-Zugfahrt Orcesco-Domodossola

 

Tarife

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