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V03 - Traversata Antigorio Vigezzo
Gebiet:
Dauer:
6 Tage
Teilnehmer:
max. 4

Ausgangspunkt: San Rocco di Premia

 

Großartige Überschreitung der unbekannten Gebirge zwischen Valle Antigorio und Val Vigezzo - die meiste Zeit gehen wir zwischen 2000m und 2500m in alpinem Gelände, vorbei an zahlreichen Almen und Bergseen, über Gras-, Geröll- und Felslandschaften. Wege und Hütten sind noch echte Geheimtipps!

 

Wir starten ganz in der Nähe der erst vor wenigen Jahren eröffneten Terme di Premia, im engen Antigoriotal. Der Linienbus bringt uns von Domodossola in den kleinen Weiler San Rocco. Dieser wurde zwischen senkrechten Felswänden gebaut und auf den ersten Blick erscheint es unmöglich, die Granitfluchten zu Fuß zu überwinden, um auf die umliegenden Berge zu gelangen. Und doch gibt es sie, die Durchstiege, vor vielen Jahrhunderten von verzweifelten Bauern errichtet, die auch noch die unzugänglichsten Weiden erreichen mussten, um zu überleben.

Und so beginnt unser Aufstieg auch gleich nachdem wir das Dörfchen verlassen haben. Mal links, mal rechts umgeht der Steig die Felswände und windet sich so von Terrasse zu Terrasse empor. Immer wieder treffen wir auf Ruinen, Reste der einst so wichtigen Alpwirtschaft. Selbst Kühe wurden hier herauf getrieben.

Nach fast 800 Metern Aufstieg legt sich das Gelände etwas zurück. Langsam aber sicher wird der Wald lichter - wir verabschieden uns von ihm für die nächsten vier Tage. Dadurch öffnet sich auch das Panorama immer mehr und wir realisieren, von welch erhabenen Bergriesen wir umgeben sind.

Erst durch Erlen, dann über Geröll geht es weiter bergauf, bis wir schließlich unser erstes Quartier erreicht haben. Die sehr einfache Hütte bietet uns ein Dach und auch ein wärmendes Feuer für die Nacht. Das alles in einer eindrucksvollen alpinen Umgebung.

 

Am zweiten Tag geht der Aufstieg weiter, denn ganz oben sind wir immer noch nicht. Wir passieren die letzten kleinen Lärchen und betreten endgültig die baumfreie Zone. Vorbei an zahllosen Bächen schlängelt sich der nun schmaler werdende Pfad immer weiter hinauf, um endlich den Pass und damit den Ausstieg aus dem Valle Antigorio zu erreichen. Wir erblicken nun große Teile der Tessiner Alpen, und geografisch gesehen sind wir auch auf der Grenze zum Schweizer Kanton. Politisch allerdings nicht, er beginnt erst einige Kilometer weiter im Osten. Über Jahrhunderte hinweg haben italienische Bauern die großen Weideflächen jenseits des Bergkammes genutzt, und daher gehört dieser Teil der Alpen auch ganz offiziell zu Italien. Erstaunlich: unser Pass wurde einst für den Bau einer Transportseilbahn aus dem Fels gebrochen. Reste davon sind nach wie vor zu sehen.

Das steilste Stück liegt nun hinter uns, die Landschaft wird deutlich sanfter. Was uns die Gelegenheit gibt, einen kleinen, aber sehr panoramareichen Gipfel zu erklimmen. Über flache, felsdurchsetzte Matten erreichen wir in Kürze (und ohne Gepäck) die Erhebung, mit fast 2700m der höchste Punkt unserer Wanderung. Von hier sehen wir nicht nur die Tessiner Alpen im Osten und die Walliser Viertausender im Westen, sondern auch das tief eingeschnittene Ossolatal mit Domodossola im Süden.

Zurück am Pass schultern wir wieder unsere Rucksäcke und machen uns an den kurzen Abstieg zu den schier endlosen Weiden von Cravariola. Dabei passieren wir einige verfallene, aber auch manche immer noch genutzte Bergbauernhöfe. Es folgt ein kurzer Gegenanstieg und eine etwas längere Querung durch den Kessel hindurch, ehe wir unser nächstes Nachtquartier erreichen. Die hübsch renovierte Hütte ist etwas komfortabler als die letzte und lässt sich auch an eher kälteren Tagen gut beheizen.

 

Tag Nummer drei bringt uns aus dem Kessel hinaus: direkt hinter der Hütte beginnt ein kurzer, aber steiler Aufstieg zu einem unscheinbaren Pass. Auch hier wurden früher die Kühe hinüber getrieben.

Und auch auf der anderen Seite erwartet uns ein großer Talschluss mit zahlreichen Weiden, Wildbächen und sogar einigen kleinen Bergseen.

Dieses Mal verlieren wir nur wenig an Höhe. Nach einem kurzen Abstieg folgt eine Querung zu einem jener Seelein. Dass hier oben der Sommer kurz ist, verrät sein Name: Lago Gelato. An besonders heißen Tagen lädt er die Unerschrockensten unter uns dennoch zum Bade...

Nur wenige Minuten entfernt wartet der nächste Pass auf uns, und nun erblicken wir bereits die Berge des Valle Vigezzo und dahinter auch jene des Val Grande. Ein schmaler, manchmal etwas ausgesetzter Steig führt hinunter in ein kleines Seitental, in dem sich schon unser nächstes Quartier befindet. Diese Hütte, das Rifugio Bonasson, ist nur mit Schlüssel zugänglich und bietet daher alles, was das Herz begehrt. Auf dem schönen Steintisch auf der Terrasse freuen wir uns auf das auf dem Holzofen zubereitete Abendessen.

 

Nach dem etwas ruhigeren dritten Tag erwarten uns nun zwei anstrengende Etappen. Wir brechen früh auf und folgen weiter dem großen Bach bergab. Nach etwa einer Stunde durch ein malerisches Tal überqueren wir ihn (ohne Brücke...) und machen uns an den nächsten Aufstieg. Der gute Weg führt durch lockeren Lärchenwald und vorbei an hübschen Almen. Das Gelände ist hier deutlich weniger schroff als an den Tagen zuvor. So erreichen wir ohne große Mühe den weitläufigen Pass, der uns ins Valle Vigezzo bringt. Doch wir sind noch lange nicht am Ziel...

Auch heute verlassen wir die Höhe nicht, sondern überqueren, ohne deutlich abzusteigen, die großen Weideflächen des oberen Valle dei Bagni. Wie in Cravariola wurde auch hier die Grenzziehung von der Tradition der Bergbauern bestimmt. Sämtliche Höfe befinden sich im Besitz der Vigezziner Gemeinden, obwohl wir uns eigentlich bereits im Tessin, genauer gesagt im Valle Onsernone befinden.

Um in ein kleineres Seitental zu gelangen, in dem eine nagelneue Hütte errichtet wurde, müssen wir dann nochmals steil bergauf zu einem weiteren Pass marschieren. Von dort geht es, wieder wesentlich gemütlicher, über weitläufige Graslandschaften hinab zum Nachtquartier. Dabei kommen wir abermals an einem hübschen Seelein vorbei.

Die sicherlich schönste Hütte unserer Wanderung wartet mit einem großen offenen Kamin und sogar Matratzen auf uns. Nach diesem anstrengenden Tag haben wir uns ein solch hübsches Häuschen auch redlich verdient.

 

Tag Nummer fünf ist ebenfalls nicht der kürzeste. Los geht's mit einem langen Abstieg ins große Valle dei Bagni hinein. Wir folgen dem Rio Onsernone und wandern bis unmittelbar vor die Schweizer Grenze. Hier befinden sich die einst berühmten Bagni di Craveggia, ein frei zugängliches Thermalbad. Die Quelle sprudelt nach wie vor mit konstant 28 Grad und füllt auf Wunsch zwei Badewannen. Sämtliche Anlagen wurden vor wenigen Jahren renoviert.

Nach dieser Erfrischung steht uns der nächste, lange Aufstieg bevor. Der Weg erklimmt den im Süden gelegenen Übergang von Sant'Antonio, in dessen Nähe sich ein spartanischer Unterschlupf befindet. Dort werden wir die letzte Nacht unseres Trekkings verbringen. Und auch wenn die Hütte sehr einfach ist, lohnt die faszinierende Umgebung doch einen längeren Aufenthalt. Inmitten eines Geröllfeldes wurden einige Almhütten (eine davon ist unser Biwak) gebaut, die sich perfekt in die Umgebung einfügen. Ein wirklich besonderer Platz!

 

Dann ist es soweit: wir haben die Bergketten, die Antigorio von Vigezzo trennen, allesamt überschritten und machen uns an den finalen Abstieg ins Val Vigezzo. Unser Ziel ist natürlich nicht irgendein Dorf, sondern der berühmte Wallfahrtsort Re, in dem sich die eindrucksvolle Basilika der Blutenden Heiligen Jungfrau (Madonna del Sangue) befindet. Das schmale Weglein, das uns dort hinführt, ist anfangs noch steil und wild, wird später jedoch immer bequemer und kurz vor den ersten Häusern sogar zur breiten Mulattiera.

Schließlich bringt uns der Zug der Centovalli-Bahn, die hier Vigezzina heißt, zurück nach Domodossola - noch einmal ein Highlight unserer Tour!

 

Ankunft am Mittag, Rückkehr in Domodossola am Nachmittag.

 

Höhendifferenzen:

1. Tag: + 1260m

2. Tag: + 995m, - 995m

3. Tag: + 605m, - 680m

4. Tag: + 1065m, - 1125m

5. Tag: + 935m, - 1055m

6. Tag: + 150m, - 1260m

 

Leistungen:

-Busfahrt Domodossola - San Rocco, Zugfahrt Re - Domodossola

-Führung wie beschrieben

-Verpflegung ausreichend für sechs Tage: Brotzeit, Müsli-/Schokoriegel, fünf warme Mahlzeiten (Suppe, Pasta/Risotto/Polenta/Couscous o.ä., Nachtisch), Frühstück (Müsli, Kaffee, Tee)

-Übernachtungen in fünf zum Teil sehr einfachen Unterkünften

 

Tarife

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